Sie sind mit der Hilfsmittel-Versorgung unzufrieden – was tun?

Ausgangssituation

Ein Hilfsmittel zur Dekubitusprävention oder -therapie wurde Ihrem Angehörigen bereitgestellt. Trotzdem sind der Patient oder Sie als pflegender Angehöriger mit der Versorgung nicht zufrieden: Das Hilfsmittel wird nicht vertragen oder akzeptiert, verursacht Beschwerden, passt nicht zum Pflegealltag oder die gewünschte Druckreduzierung wird nicht erreicht.

Wichtig: Eine erfolgte Lieferung bedeutet noch nicht, dass die Versorgung erfolgreich ist. Wenn das Hilfsmittel beim konkreten Patienten nicht ausreichend funktioniert, muss die Ursache geklärt und die Versorgung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

So gehen Sie vor

1

Problem konkret beobachten und dokumentieren

Halten Sie möglichst genau fest, was nicht funktioniert: neue oder anhaltende Rötungen bzw. Druckstellen, Verschlechterung eines bestehenden Dekubitus, Schmerzen, erschwerte Eigenbewegung, Ablehnung des Hilfsmittels oder technische bzw. Bedienungsprobleme.

2

Bei Hautverschlechterung sofort fachliche Hilfe einbeziehen

Neue Hautschäden oder eine Verschlechterung eines bestehenden Dekubitus sind nicht nur eine „Reklamation des Hilfsmittels“. Lassen Sie die Situation zeitnah medizinisch bzw. pflegefachlich beurteilen und überprüfen Sie unmittelbar die erforderlichen Maßnahmen zur Druckentlastung.

3

Den versorgenden Hilfsmittel-Leistungserbringer kontaktieren

Beschreiben Sie das Problem möglichst konkret und bitten Sie ausdrücklich um eine fachliche Überprüfung der Versorgung. Teilen Sie nicht nur mit „Wir sind unzufrieden“, sondern erklären Sie z. B., welche Beschwerden, Hautveränderungen oder Anwendungsprobleme auftreten.

4

Erneute Bedarfsermittlung verlangen

Lassen Sie prüfen, ob das bisherige Versorgungskonzept noch zur aktuellen Situation passt, und bitten Sie um einen neuen Hausbesuch.

5

Ursache klären – nicht vorschnell nur das Produkt wechseln

Lassen Sie prüfen, ob das Hilfsmittel falsch eingestellt ist oder nicht richtig angewendet wird, ob sich der Gesundheitszustand verändert hat oder ob andere pflegerische Maßnahmen angepasst werden müssen.

6

Versorgung anpassen

Je nach Ursache können Einstellungen oder Anwendung korrigiert, ein anderes Produkt erprobt oder ein anderes Versorgungskonzept erforderlich werden. Falls dafür eine neue ärztliche Verordnung oder Genehmigung der Krankenkasse notwendig ist, sollte dies entsprechend eingeleitet werden.

7

Wirkung der geänderten Versorgung erneut kontrollieren

Beobachten Sie nach jeder Anpassung weiter: Funktioniert die Druckentlastung? Entstehen neue Druckstellen? Verbessert oder stabilisiert sich die Versorgungssituation?

8

Wenn keine ausreichende Reaktion erfolgt: Unterstützung einfordern

Reagiert der Leistungserbringer nicht angemessen oder bleibt die Versorgung unzureichend, kann die Krankenkasse einbezogen werden. Gegenüber der Krankenkasse sollte konkret auf die aus Ihrer Sicht notwendige Überprüfung bzw. Anpassung hingewiesen werden.

Wichtig: Ein geliefertes Hilfsmittel ist noch keine erfolgreiche Versorgung. Entscheidend ist, ob es beim konkreten Patienten funktioniert und die erforderliche Dekubitusprävention oder -therapie erfolgreich unterstützt.

Dekubitusmanagement ist ein kontinuierlicher Regelkreis: beobachten, überprüfen, anpassen und erneut kontrollieren. Bei neuen Hautschäden, einer Verschlechterung eines bestehenden Dekubitus oder anderen auffälligen Veränderungen sollte zeitnah eine neue pflegefachliche Beurteilung erfolgen.

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