Wer ist besonders gefährdet?

Dekubitus kann jeden treffen. Überall dort, wo Druck über einen längeren Zeitraum auf die Haut wirkt, entsteht ein Risiko.

Besonders gefährdet sind Menschen, die sich nicht mehr ausreichend eigenständig bewegen können. Wer im Bett liegt und die Position nicht selbstständig wechseln kann, wer nicht die Kraft hat, sich zur Seite zu drehen oder das Gesäß zu entlasten – für diesen Menschen wird jede Stunde Unbeweglichkeit zum Risiko. Dasselbe gilt im Sitzen: Wer sich nicht durch kleine Bewegungen selbst entlasten kann, trägt denselben stillen Druck, Minute für Minute.

Personengruppen die besonders gefährdet sind

Folgende Personengruppen sind besonders gefährdet:

Bettlägerige Personen

Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Alter in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, haben ein besonders hohes Risiko. Dazu zählen zum Beispiel Patienten in der Langzeitpflege oder nach schweren Operationen.

Rollstuhlfahrer

Durch langes Sitzen kommt es bei Rollstuhlfahrern häufig zu Druckgeschwüren. Häufig betroffen sind das Gesäß, die Oberschenkel und der untere Rücken.

Stark übergewichtige oder sehr untergewichtige Personen

Mit Bewegungseinschränkungen.

Menschen mit neurologischen Erkrankungen

Patienten, die unter vermindertem Schmerzempfinden oder eingeschränkter Beweglichkeit leiden, nehmen Druckstellen nicht oder nicht rechtzeitig wahr. Beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls, Multipler Sklerose oder einer Querschnittslähmung.

Patienten mit Bewusstseinseintrübungen oder Sedierung

Personen bei denen der Schmerzreiz nicht wahrgenommen wird.

Senioren

Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität der Haut nach, die Durchblutung verschlechtert sich. Die Haut wird oft dünner und empfindlicher. Dies begünstigt die Entstehung von Druckgeschwüren. Zudem leiden ältere Menschen häufig an Begleiterkrankungen, die das Risiko zusätzlich erhöhen.

Menschen mit Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel

Ein schlechter Ernährungszustand wirkt sich negativ auf die Haut- und Gewebestruktur aus. Das Gewebe ist anfälliger, die Heilung von Druckgeschwüren verlangsamt sich.

Patienten mit chronischen Erkrankungen, Durchblutungsstörungen und Gefäßerkrankungen

Diabetes mellitus und andere chronische Erkrankungen beeinträchtigen die Wundheilung und erhöhen das Dekubitusrisiko.

Menschen mit Inkontinenz und dauerhafter Hautkontakt mit Feuchtigkeit

Feuchtigkeit weicht die Haut auf (Mazeration). Die Haut wird empfindlicher und weniger widerstandsfähig gegen Druck und Reibung. Stuhl und Urin können die Haut reizen. Besonders Stuhl enthält Enzyme und Bakterien, die die Haut schädigen können.

Eingeschränkte Mobilität ist der Risikofaktor Nummer 1

Wer diese Zusammenhänge kennt, kann gezielter hinschauen. Pflegefachkräfte und Angehörige, die um die Gefährdung eines Menschen wissen, sind keine passiven Beobachter. Sie sind die erste und wichtigste Schutzlinie. Ihr Blick, geschärft durch Wissen, kann eine Wunde verhindern, bevor sie entsteht.

Wichtig zu wissen:

Welche dekubitusbegünstigenden Faktoren bei Ihrem Angehörigen vorliegen und in welchem konkreten Ausmaß ein Dekubitusrisiko besteht, muss durch eine Pflegefachkraft in einer qualifizierten Risikoanamnese ermittelt werden. Nur auf der Basis einer differenzierten Risikoermittlung können geeignete Maßnahmen zur Dekubitusvermeidung eingeleitet werden. Die Pflegefachkräfte von Carenetic kommen zu Ihnen, führen eine qualifizierte Risikoanamnese durch und beraten Sie zu den notwendigen Maßnahmen, um Dekubitus zu vermeiden.

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